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Graz

Graz, der Name hat Klang!... Graz, das kenne ich nicht... Graz, muß man das kennen?... Graz Kulturhauptstadt der UNESCO (Warum?)..., Graz, was ist das?... Graz?...

Was hat es nun wirklich auf sich mit Graz? Muß man diese "unbedeutende" Stadt kennen? Nun, wenn man zum Jetset gehören will, dem gerade mal St. Moritz, St. Anton und vielleicht mal gerade noch Kitzbühel recht ist, nein! Aber wenn Sie noch mit beiden Füssen auf dem Boden stehen, und sich für wirkliche, echte Kultur interessieren, führt doch kein Weg an Graz vorbei.

Uhrturm

Wie soll ich Ihnen Graz in seiner Widersprüchlichkeit und Harmonie erklären? Ich versuche es mal mit einem Zitat des (leider nicht mehr lieferbaren) DuMont-Reiseführers "Richtig reisen, Graz und die Steiermark":

Graz im Abseits, oder in Pastell kann man nicht blenden

Sagen wir doch gleich, wie es ist: Man muß Graz nicht gesehen haben. Wird keine scheelen Blicke ernten auf Parties, wenn man freimütig zugibt, noch nie einen großen Braunen in der Herrengasse getrunken zu haben - höchstens mitleidige. Von denen, die sich an die kleinen Tische erinnern, mitten auf der Straße, mittem im Getriebe, wo die Trambahn so eng und mit viel Gebimmel vorbeifährt, an dem Eisstand gegenüber vom Landhaus, den Gastgarten beim Laufke mit den Rosen und dem kleinem Springbrunnen, die blätternde Pracht des Innenhofs vom Krebsenkeller... Erinnerungen, die man nicht laut ausspricht auf solchen Parties zwischen "Harries" und dem Pariser "Costes" - Grazer Impressionen sind zu pastell, um zu blenden.

Auch in den anderen Kreisen, wo man die Kultur hochhält, reisend antike Tempel ausmißt und in langen Diavorträgen Bildung zeigt, wird einem dieselbe nicht abgesprochen werden, wenn man das Landhaus in Graz nicht kennt, wird man sich andererseits kein Fleißbildchen damit verdienen, daß man es kennt, weiß, daß es zumindest der imposanteste Renaissancebau in unseren Breiten ist. Dennoch - zum Thema Rannaisance nicht diavortragfähig. Die Standartkunstführer nennen Italien, nicht Graz. Graz muß man nicht gesehen haben.

Graz biedert sich nicht an. Es hat nichts von der vollbusigen Lieblichkeit Salzburgs, nichts von der schroffen Dynamik, mit der sich Insbruck in Szene setzt. Heiter, charmant, selbstbewußt wirkt es, fast ein bißchen italienisch - der Schloßberg mit dem Urturm, der unter seiner übergroßen Haube fast verschwindet, am Murufer die Kette der dichtgedrängten Häuser, eine Kirche mit barockem Zwiebeltürmchen...

(...soweit das Zitat. Ich hoffe, der Verlag verzeiht mir diese Copyrightverletzung, oder (noch besser) nimmt sie als Anlaß, dieses hervorragende Buch wieder aufzulegen.)

Besser als dieses Zitat es tut, kann man Graz eigentlich nicht beschreiben! Graz ist typisch steirisch, aber auch südländisch, lebhabt und doch strahlt es Ruhe und Gelassenheit aus. Graz ist vornehm. und dennoch hemdsärmelig. Graz ist traditionsbewußt und modern. Graz besteht aus Gegensätzen, die es dennoch immer wieder schaffen in Harmonie zusammenzuleben. Graz ist Graz!

Graz kann man nicht erklären, Graz kann man nur erleben. Und wenn Sie noch nie in Graz waren, möchte ich Sie hiemit einladen, einen kleinen Rundgang vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu machen. Begleiten Sie mich doch und machen Sie einen

Zum Abschluß möchte ich noch einmal der DuMont-Reiseführer zitieren:

Wer die Stadt so entdeckt, wird vielleicht zum Schluß kommen, man müsse sie vielleicht doch gesehen haben. Aber das sollte er tunlichst für sich behalten.

Weitere Infos über Graz finden Sie auf der offiziellen Seite der Stadt unter www.graz.at oder auch unter der kleinen, aber liebevoll gestalteten privaten Seite www.nobby.de.

Dem möchte ich nichts mehr hinzufügen, Ihr Oskar Sembach


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